Zum Hauptinhalt springen

Vier Punkte für Vier-Tage-Woche

Janine Wissler, Vorsitzende der Partei DIE LINKE, fordert die Einführung der Vier-Tage-Woche und macht nun konkrete Vorschläge zur schrittweisen Umsetzung

Studien zeigen, dass die Vier-Tage-Woche sowohl Produktivität als auch Wohlbefinden steigert und mehr als 70 Prozent der Menschen in Deutschland befürworten die Einführung der Vier-Tage-Woche.

»In vielen Ländern hat man positive Erfahrungen gemacht. Studien zeigen, dass die Vier-Tage-Woche sowohl Produktivität als auch Wohlbefinden steigert. Auch die Zahl der Fehltage reduziert sich so deutlich, weil die Menschen sich seltener ›krank arbeiten‹.

Mehr als 70 Prozent der Menschen in Deutschland befürworten die Einführung der Vier-Tage-Woche. Allerdings haben viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern große Bedenken, weil sie Angst vor Lohneinbußen haben. Wie in den 90ern, als VW die Vier-Tage-Woche einführte und gleichzeitig die Löhne kürzte.

Deshalb muss klar sein: Arbeitszeitverkürzung gibt es nur mit Lohnausgleich! Der 1. Mai steht in diesem Jahr ganz im Zeichen der Arbeitskämpfe, die viele Branchen erfasst haben. Die Beschäftigten sind zu Recht wütend über Reallohnverluste durch Inflation und die Preistreiberei der Konzerne. Zudem klagen viele über die zunehmende Arbeitsverdichtung. Stress und berufsbedingte Krankheiten sind auf dem Vormarsch. Wir müssen als Gesellschaft darüber diskutieren, wie wir Arbeit und Leben besser in Einklang bringen.«

DIE LINKE legt deshalb zum 1. Mai einen Vier-Punkte-Fahrplan für die Vier-Tage-Woche vor. Die Partei will damit zeigen: Eine Vier-Tage-Woche ist möglich, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. 



1. Modellprojekte starten: 
In allen Branchen starten wir Modellversuche zur Vier-Tage-Woche, um die Auswirkungen des neuen Modells zu testen. Nach dem Vorbild Spaniens kann die Bundesregierung hier ein Programm aufsetzen, um kleinere Betriebe und Beschäftigten bei der Reduzierung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich zu unterstützen.



2. Stufenmodell einführen: 
Die Vier-Tage-Woche ist ein Paradigmenwechsel, den man über ein Stufenmodell abfedern kann. So reduzieren wir die Wochenarbeitszeit über zwei Jahre in drei Stufen. In einem ersten Schritt wird die Wochenarbeitszeit auf 37 Stunden reduziert, dann auf 35 Stunden und schließlich auf 32 Stunden.



3. Zuschüsse für kleine Betreibe: 
Insbesondere kleinere Betriebe brauchen Hilfe bei der Umstellung auf die Vier-Tage-Woche. So kann der Übergang zum Vier-Tage-Modell mithilfe von zeitlich begrenzten Lohnzuschüssen erleichtert werden. Denn klar ist: Die Vier-Tage-Woche gibt es nur bei vollem Lohnausgleich! 



4. Freie Wahl des Arbeitszeit-Modells: 
Die Beschäftigten sollen zukünftig wählen können, welches Arbeitszeit-Modell am besten zu ihrem Leben passt. Vier oder fünf Tage – jede und jeder darf selbst entscheiden, ohne Druck durch die Arbeitgeber. Eine Schlichtungsstelle kann hier in Streitfällen vermitteln.